Mami kriegen wir einen Hund?

So oder so ähnlich klingt es wenn Kinder sich eine Hund wünschen. Doch machen Sie sich bewusst die Verantwortung liegt bei Ihnen!

Sie haben ein oder mehrere Kinder und diese wollen einen Hund? Bevor sie jetzt ja sagen, überlegen Sie bitte genau!

Es ist ja kein Geheimnis das Hund je nach Rasse und Größe teilweise gute 15 Jahre und mehr werden können. Aber fangen wir beim Welpen an.

Haben Sie, ja genau Sie, nicht Ihre Kinder, die Zeit alle 2 Stunden mit dem Welpen raus zu gehen, den Hund spielerisch zu erziehen? Warum Sie, werden sie jetzt Fragen, die Kinder wollten doch den Hund und sollen sich dann auch darum kümmern! NEIN, i. d. R. können Kinder nicht auf Dauer die Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen! Sie können noch nicht immer entscheiden was richtig und falsch ist, vorausschauend denken und schon gar nicht wollen sie die alleinige Verantwortung übernehmen … Das sieht die Evolution so nicht vor.

Ich erzähle Ihnen mal etwas aus meiner Kindheit, mein Bruder und ich haben lange gequengelt das wir einen Hund wollen. Ich glaube ich war 13 Jahre alt, wir waren zu Besuch in Berlin bei meiner Tante und als wir nach Hause kamen stand da ein kleiner schwarzer Labrador, Rotti, Husky Mix namens Arco. Ich ging ins Wohnzimmer und er piselte mir zur Begrüßung gleich mal auf die Füße, mein Hund, endlich wir haben einen Hund! ABER im gleichen Atemzug kam auch: “Ihr müsst euch um ihn kümmern.” Ja Mama, natürlich Mama, immer! Wir geben ihm Fressen und spielen mit ihm … Das denkt ein Kind!

Also wachte ich am nächsten morgen ganz früh auf, oh der Hund hat in die Wohnung gepiselt, schnell wegmachen und den Hund in den Garten lassen. Ich zog mich an und ging eine Runde mit ihm um den Block, er war ja noch klein, brauchte nicht so viel Auslauf. Dann Frühstück machen und das Welpenfutter. Inzwischen waren alle wach und es drehte sich alles um den kleinen.

Und es wurde Montag, Mutti musste arbeiten und die Kinder in die Schule, aber halt! Vor der Schule muss der Hund noch raus und das nicht nur bis an die Ecke, nein so ca. 20-30 Minuten, das hieß also wir mussten früher aufstehen. Während der Schulzeit ist mein Vater mit dem Hund einmal über die Straße zum pipi machen gegangen. Um 14:30 Uhr kamen wir von der Schule, das erste was wir mussten war mit dem Hund raus gehen, Mutti kam von Arbeit die erste Frage war … War der Hund schon draußen? Jein, bei Regen natürlich meistens nicht! Dann die Freunde, sie holen einen zum “spielen” ab, aber halt, war der Hund schon draußen? Du musst erst noch mit dem Hund raus gehen!

Inzwischen war Arco 6 Monate und echt ein halbstarker Rüde ohne Erziehung … Okay er konnte Pfote geben und vor seinem Essen artig sitzen bis ich sagte er darf ran. Er wog gute 30 Kg war sportlich und der Schreck der Nachbarn. Also meldete ich mich mit dem Hund nach einer Empfehlung von einem Gassikumpel in der Hundeschule an … Mutti zahlte! Aber sie war nie einmal mit und ich erst gerade mal 14 Jahre, ich ging also immer Samstag 14 Uhr mit Arco zur Hundeschule aber verstand natürlich nicht immer alles was sie uns dort versuchten beizubringen.

Inzwischen ist Arco 9 Monate alt, ein unerzogenes Scheusal das ständig über den Zaun ausbricht, kaum mehr an der Leine zu halten ist, er wiegt gute 35 kg, und meinem Vater in die Hand biss! Warum? Ganz einfach, ich habe immer den Hund gefüttert, konnte ihm den Napf wegnehmen und wieder hinstellen, das habe ich mit ihm geübt, war also Bezugs”person”. Nun war ich eine Woche mit der Schulklasse im Landschulheim und mein Vater wollte ihm den Napf wegnehmen und noch etwas Reis und Hähnchen nachgeben! Da passierte es!!!

Nach und nach wurde er immer schwieriger und als er dann letztendlich meinen Vater anknurrte und ihn biss musste er weg, WARUM? Weil wir Kinder uns nicht genug um den Hund gekümmert haben!

Ich war tot unglücklich, es brach mir das Herz, habe alles in meiner kindlichen Macht stehende getan! Und nun kommt er weg! Mein Vater setzte ihn also in die Zeitung, und eine Familie kam und nahm ihn mit.

Bitte überlegen Sie sich genau ob Sie!!! als Erwachsener einen Hund haben wollen und die Verantwortung dafür tragen wollen und können, es ist schön wenn die Kinder ihnen helfen, Gassi gehen, Tricks üben und auch mal mit zur Hundeschule kommen, aber zu guter Letzt bleibt es an Ihnen hängen. Sie tragen die Verantwortung und haben die Pflicht den Hund artgerecht zu pflegen und zu sozialisieren, NICHT ihre Kinder!

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